Schule und Bildung

Die IGS muss als Schule für alle Kinder gestärkt werden, die Ganztagsangebote an den Grundschulen sind auszubauen, der Besuch des Kindergartens soll weiter kostenlos möglich sein.

Wir Grünen wollen ein Schulsystem, das die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft sichert und dazu beiträgt, die soziale Spaltung zu überwinden, anstatt sie zu verfestigen. Wir wollen flächendeckend das inklusive Lernen ausbauen und durch mehr Qualität im Unter¬richt und an den Schulen mehr Bildungsgerechtigkeit verwirklichen. Grüne Schulpolitik will darüber hinaus erreichen, dass in der Schule das Lernen miteinander und voneinander möglich wird, dass Vielfalt als Chance begriffen wird und dass Kinder und Jugendliche in stärkerem Maße ermutigt werden als bisher.

Gesamtschulen

Wir Grünen sehen in der Integrierten Gesamtschule nach wie vor die Schule der Zukunft. Nur in einer Schule für alle Kinder kann auch Inklusion (die Integration beeinträchtigter Kinder) gelingen. Dazu heißt es in der von der UN verabschiedeten Behindertenkonvention: „Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu ver- wirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen …“ Seit dem 26. März 2009 ist diese Konvention für alle Bundesländer Deutschlands verpflichtend.

Inklusion

In Niedersachsen ist die inklusive Schule verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt worden. Das hat der Niedersächsische Landtag am 20. März 2012 mit breiter Mehrheit beschlossen. Eine IGS bietet dabei zudem beste Voraussetzungen, um Kinder mit unterschiedlichsten Sprachkenntnissen und vielfältigem Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft zu integrieren. Allerdings dürfen auch andere Schulen nicht aus der Pflicht entlassen werden, die Inklusion zu verwirklichen. Dieses gilt auch für die Realschule und das Gymnasium.

Schullandschaft

Neben dem Gymnasium ist die Integrierte Gesamtschule (IGS) die zweite Säule in der Schullandschaft, in der sich Chancengerechtigkeit und Bildungsaufstieg einzigartig verwirklichen lassen. In dieser Einschätzung gehen wir konform mit den Ergebnissen der vom Landkreis in Auftrag gegebenen Biregio-Studie.

Ein Ergebnis dieser Studie ist, dass vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen und der schulischen Veränderungen in den Nachbargemeinden mittelfristig kaum drei Schulen im Sek-I-Bereich im Stadtgebiet nebeneinander existieren können. Wir begrüßen daher, dass sich die beiden Integrierten Gesamtschulen Aurich-West und Aurich-Ost auf eine Zusammenlegung verständigt haben und werden den Zusammenlegungsprozess konstruktiv begleiten.

Wir fordern, dass alle Schulen mit Sekundarstufen I und II in die Trägerschaft des Landkreises Aurich fallen und alle Grundschulen im Stadtgebiet in die Trägerschaft der Stadt Aurich gehören. So könnten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass das Sek-I-Schulwesen in Aurich eine sinnvolle Neuordnung erfährt, von der alle profitieren.

Grundschulen

Solange es pädagogisch und finanziell zu vertreten ist, sollten die bestehenden Grundschulstandorte im Stadtgebiet erhalten werden. Nach wie vor gilt die Devise „Kurze Beine – Kurze Wege“, allerdings werden Grundschulen mit weiter zurückgehenden Schülerzahlen (Tannenhausen, Plaggenburg, Wiesens, Middels …) in ihrer Existenz nur gesichert werden können, wenn diese organisatorisch und pädagogisch kooperieren.

Lesenester und Mathestübchen haben sich als sinnvolle Ergänzung des Unterrichts der Grundschulen bewährt. Einrichtungen dieser Art sind daher zu erhalten und auszubauen.

Kindergärten

Wir haben in den zurückliegenden Jahren die Zahl der Plätze sowie die Öffnungszeiten in Krippen, Kindergärten und Kinderhorten erheblich ausgeweitet. Der Besuch eines Kindergartens ist für Auricher*innen kostenlos. Durch Einstellung zusätzlicher Betreuungskräfte gibt es die Möglichkeit, Kleingruppen zu bilden.

Dabei streben wir an, die Gruppengrößen schrittweise auf 18 –20 Kinder zu verringern. Auch die Zahl der Hortplätze wurde erheblich gesteigert. Sie wurden bevorzugt an Grundschulen eingerichtet. Um die Förderung und Betreuung an Grundschulen zu verbessern, hat sich die Stadt Aurich neben weiteren drei Kommunen in Niedersachsen am Landesprojekt „Kooperativer Hort“ beteiligt. So sollen in Zukunft Ganztagsschulen eingerichtet werden und diese mit den Horten noch enger zusammenarbeiten. Das Modell des „Kooperativen Horts“ (Kooperation Hort / Ganztagsgrundschule an der Lambertischule) ist weiterzuführen und auf weitere Grundschulen auszudehnen.

Der Zuzug sowohl aus dem Umland sowie von Flüchtlingsfamilien erfordert einen weiteren Ausbau an Plätzen in Kinderkrippen, -gärten und -horten. Die Zahl integrativer Plätze sowie das Ganztagsangebot müssen weiter ausgebaut werden, um allen Kindern eine bestmögliche Förderung zugänglich zu machen. Wir wollen kostenlose Kindergartenplätze erhalten und die Gebühren in Krippen und Horten weiterhin sozial gestalten. Dabei setzen wir – wie in den vergangenen Jahren – auf die Unterstützung der rot-grünen Landesregierung.

Fachhochschule

Auf dem Kasernengelände möchten wir u. a. die Ansiedlung des Fachbereichs Elektrotechnik und Informatik der FH Emden/Leer erreichen, was sich auf Grund des Auricher Wirtschaftszweiges „Erneuerbare Energien“ und der vorhandenen Liegenschaften auf dem Kasernengelände anbietet. Es sind große Hörsäle machbar. Außerdem sind mehr als ausreichende  Büroarbeits- plätze sowie Möglichkeiten eines Studentenwohnheims vorhanden.

Zur Forschung könnte das EEZ mit seinen Laboren eine wichtige Vernetzungsfunktion übernehmen. Mit dieser Maßnahme wollen wir jungen Leuten eine Perspektive in der Region eröffnen, ein attraktives Studienangebot vor Ort wahrnehmen zu können.

Schnelles Internet

Ein schnelles Internet ist heutzutage genauso ein Bestandteil der Lebensqualität, wie Einkaufen, Verkehrsträger, Bildungs- und Kulturangebote, sowie eine intakte Umwelt. Wir fordern deswegen eine flächendeckende Versorgung mit Breitband- und Glasfasernetzen. Im Augenblick liegt das Hauptaugenmerk auf der Beschleunigung in den Gewerbegebieten und in der Kernstadt Aurich. Die Ortsteile sind weiterhin nur schlecht versorgt. Hier wollen wir eine gerechte Teilhabe am schnellen Internet erreichen. Gerade junge Menschen berücksichtigen bei der Wahl ihres Wohnortes auch eine leistungsfähige Anbindung an das Internet.

Dafür setzen wir uns in Aurich und im Umland ein:

  • das Glasfasernetz auch bis in die Dörfer und Gemeinden und in die Wohnhäuser wie im Neubaugebiet Ihlow auszubauen
  • die Versorgung mit LTE und anderen alternativen Technologien weiterzuentwickeln und auszubauen
  • den Markt für andere Internet-Anbieter zu öffnen, um einen echten Wettbewerb zu fördern

bei der Planung von Neubaugebieten gleich die entsprechenden Technologien vorzusehen und die Umsetzung zu kontrollieren. Verhältnisse wie im Neubaugebiet in Wallinghausen, in dem die medialen Komponenten komplett vergessen wurden, dürfen sich nicht wiederholen.