seit Jahren steigt die Menge an Verpackungsmüll kontinuierlich an. Allein in Deutschland
werden jährlich über 6 Milliarden Einweg-Getränkebecher und 4,3 Milliarden Einweg-
Essensboxen verbraucht. Die randvollen städtischen Mülleimer und der achtlos weggeworfene Müll auf Straßen, Parkplätzen, Gehwegen, Grünanlagen oder in Naherholungsgebieten wie dem Tannenhausener Badesee oder dem Egelser-, Sandhorster- und Wallinghausener Wald sprechen bei den jährlichen Müllsammelaktionen eine eindeutige Sprache. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass der Bauhof als Müllsammler und der städtische Haushalt in Zeiten knapper Kassen verstärkt dafür in Anspruch genommen wird, zudem es eine Lösung gibt, die bei den Ursachen ansetzt und bereits erprobt ist.
Die erste Stadt Deutschlands die eine Verpackungssteuer einführte, war Tübingen. Die Einführung war zunächst rechtlich umstritten, doch mit dem richtungsweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts in vom Januar 2025 ist nun klargestellt, dass Städte und Gemeinden eine örtliche Verbrauchssteuer auf Einweg-Takeaway-Verpackungen, -geschirr und -besteck erheben dürfen.
Aus Tübingen liegen zur Verpackungssteuer inzwischen auch Erfahrungswerte vor.
• Die Stadt Tübingen nahm im ersten Jahr der Verpackungssteuer 1 Millionen Euro ein. Dieses Geld wurde in Müllbeseitigung und Umweltprojekte gesteckt.
• Die Verpackungssteuer hat dazu geführt, dass die Mehrweg-Angebote von Restaurants und Cafés zugenommen haben.
• Die Müllmenge im öffentlichen Raum sank.
Der finanzielle Aspekt tritt für uns dabei hinter die angestrebte Wirkung auf die Müllmenge zurück. Wir wollen weniger Einweg-Artikel – wie z.B. Coffee-to-go-Becher – und mehr Mehrwegverpackungen, -geschirr und -besteck. Gerade der Einweg-Gastronomie-Müll landet zudem öfters außerhalb der geregelten Müllentsorgung. Wenn wir diesen Müll also reduzieren, nutzt dies zusätzlich der Umwelt.

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