Was braucht das Tierheim Aurich gerade am dringendsten?
Die Antwort war ziemlich eindeutig: Geld.
Am Samstag, den 8. August, haben unsere Stadtratskandidatinnen Christina Peters und Judith Betten das Tierheim Aurich besucht. Nicht einfach für ein Foto, sondern um zuzuhören: Wie ist die Lage vor Ort? Wo drückt der Schuh? Und was kann Kommunalpolitik tun?
Die Eindrücke waren deutlich.
Gerade ist die Kätzchensaison erst einmal überstanden. Im Tierheim leben aktuell knapp 20 Babykatzen. Ein Teil von ihnen ist mit Giardien infiziert – hartnäckigen Parasiten, deren Behandlung viel Zeit, konsequente Hygiene und zusätzliche Arbeit bedeutet. Ein gerade einmal acht Wochen altes Flaschenkätzchen wird dort großgezogen.
Zwischenzeitlich musste das Tierheim sogar einen Aufnahmestopp verhängen, weil schlicht zu viele kleine Katzen gebracht wurden.
Und es geht längst nicht nur um Hunde und Katzen. Auch Kleintiere werden abgegeben, für die eigentlich keine entsprechenden Unterbringungsmöglichkeiten vorgesehen sind. Trotzdem werden Lösungen geschaffen. Denn die Alternative kann nicht sein, Tiere ihrem Schicksal zu überlassen.
Nach Aussage des Tierheims sind auch die Folgen des Haustierbooms während der Corona-Jahre noch immer spürbar. Tiere wurden angeschafft, ohne ausreichend darüber nachzudenken, was ihre Haltung langfristig bedeutet. Tiere werden nicht kastriert, Menschen sind mit Haltung oder Kosten überfordert – und am Ende landen viele dieser Probleme beim Tierschutz.
Das Tierheim fängt auf, was unsere Gesellschaft an anderer Stelle nicht auffängt.
Und das kostet Geld.
Besonders teuer ist die medizinische Versorgung. Die deutlich gestiegenen Tierarztgebühren treffen Tierheime besonders hart: Dort landen schließlich gerade die Tiere, die häufig erst einmal untersucht, behandelt, geimpft, entwurmt oder kastriert werden müssen. Bei aktuell knapp 20 Babykatzen, teilweise mit Giardien, wird schnell deutlich, was das finanziell bedeutet.
Auch das Tierheim Aurich hat deshalb seine Schutzgebühren bereits erhöht. Doch selbst diese decken bei Katzen nach Angaben des Tierheims nicht einmal die grundlegenden Kosten für Untersuchung, Parasitenbehandlung, Impfungen und Kastration.
Das Problem lässt sich also nicht dadurch lösen, die Kosten einfach an die Menschen weiterzugeben, die ein Tier adoptieren. Das Tierheim braucht eine verlässliche finanzielle Grundlage.
Denn ein funktionierendes Tierheim ist für uns keine nette Zusatzleistung für eine Stadt. Es ist notwendige Infrastruktur.
Bei Fundtieren liegt die Verantwortung ausdrücklich bei den Kommunen. Das Tierheim Aurich übernimmt damit Aufgaben für die Allgemeinheit – obwohl es selbst von einem gemeinnützigen Tierschutzverein getragen wird.
Diese Arbeit darf nicht davon abhängen, wie viele Spenden gerade zusammenkommen oder wie viel durch Ehrenamt noch irgendwie aufgefangen werden kann.
Deshalb wollen wir auch kommunalpolitisch genauer hinschauen: Wie werden die Leistungen des Tierheims finanziert? Reicht diese Finanzierung tatsächlich aus? Und was können wir als Stadt tun, damit weniger Tiere überhaupt in einer solchen Notlage landen?
Denn Tierschutz beginnt nicht erst dann, wenn ein Tier im Tierheim angekommen ist. Dazu gehören auch Kastration und Kennzeichnung, verantwortungsvolle Tierhaltung – und vor allem die Frage, ob man einem Tier wirklich dauerhaft ein gutes Zuhause bieten kann.
Ohne die Arbeit des Tierheims hätte Aurich ein echtes Problem. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Arbeit nicht als selbstverständlich hinnehmen.
Ein großes Dankeschön an das Team des Tierheims Aurich für die Zeit, die offenen Worte und vor allem für die Arbeit, die dort jeden einzelnen Tag geleistet wird. 💚🐾
Und wer direkt helfen möchte: Spenden werden dringend gebraucht. Jeder Beitrag hilft dabei, Tiere zu versorgen, medizinisch zu behandeln und ihnen die Chance auf ein neues Zuhause zu geben.
#TierheimAurich #GRÜNEAurich #Kommunalwahl2026 #MachsGrün #TierschutzIstPolitisch

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